| Bahnradsport - 2. Ausdauerdisziplinen |
Seite 3 von 3 2. AusdauerdisziplinenEiner-Verfolgung Die Einer-Verfolgung führt bei den Männern über 4.000 bei den Frauen über 3.000 Meter. Es fahren immer zwei Konkurrenten gegeneinander. Gestartet wird jeweils von den gegenüberliegenden Geraden der Bahn. Sieger ist der Fahrer, der seinen Gegner bzw. seine Gegnerin einholt oder, falls das bis zum Ende der Distanz nicht möglich war, die schnellere Zeit erzielt. Auch hier wird der Gesamtsieger oder die Gesamtsiegerin über mehrere K.O.-Runden mit dem großen Finale ermittelt. 4000 m-MannschaftsverfolgungDer Modus ist gleich dem der Einer-Verfolgung. Hier treten jedoch zwei Mannschaften zu je vier Fahrern gegeneinander an. Die Zeitmessung erfolgt bei Zieldurchgang des dritten Fahrers einer Mannschaft. Oft kann unter Umständen ein Fahrer pro Mannschaft im Laufe des Rennens ausscheiden. Taktisch wird das oft - bis zur Erschöpfung des vierten - ohne die Siegeschancen der Mannschaft zu gefährden, ausgeschöpft. Die Mannschaftsverfolgung gilt als Königsdisziplin des Bahnradsports. Neben der individuellen Leistungsfähigkeit spielt die perfekte Abstimmung aufeinander die entscheidende Rolle: Schnelle Führungswechsel, Hinterradfahren auf minimalem Abstand. Ein erheblicher Trainingsaufwand ist also im Fitness- und Taktikbereich erforderlich. Im Gegensatz zu Rennen mit einem Massenstart, bei denen die Fahrer mit einem Abstand von 30 Zentimetern bis zu über einem Meter am Hinterrad des Vorausfahrenden fahren, beträgt der ideale Abstand zwischen den Fahrern eines solchen „Viererzuges“ 15–20 Zentimeter. Beim Führungswechsel macht man sich die Bahnüberhöhung in den Kurven geschickt zunutze: Der Führende schert in der Kurve nach oben aus und verliert mit diesem Manöver schnell an Geschwindigkeit, die er dann aus der höheren Lageenergie wieder zurückgewinnt. Er schießt vom oberen Bahnrand wieder nach unten und setzt sich hinter den dritten Fahrer ans Ende seines Teams. Scratch Diese Disziplin bei der eine größere Anzahl von Fahrern bzw. Fahrerinnen gemeinsam über eine Distanz von beispielsweise 30 Runden starten. Der Sieger ist der Fahrer, der als erster die Distanz beendet. Diese Rennen sind häufig stark von der Taktik geprägt. Hierbei ist oft von entscheidender Bedeutung, sich einen Rundenvorsprung zu erkämpfen und diese mit dem Feld ins Ziel zu retten. Früher hieß diese Disziplin „Malfahren“; das „Mal“ war der Zielstrich. PunktefahrenFür Männer über 10–40 km während die Frauen über 5–24 km fahren. Beim Punktefahren erfolgt nach einem Massenstart in vorher festgelegten Intervallen - z. B. alle 10 Runden - eine Punktevergabe (5 für den Ersten und folgend 3, 2, 1 Punkt). Die Wertung erfolgt immer an der Ziellinie, die meistens erst im Sprint erkämpft wird. Dies ist eine gute Übungsform für Jugend und Amateure, die auch von unseren Trainern während des RGH- und Verbandstrainings integriert ist. Madison oder auch Américaine genannt werden nur für Männer, meistens die Disziplin, in der die bekannten Sechstagerennen in den großen Hallen, ausgetragen werden. Das Zweier-Mannschaftsfahren wird aber auch bei offiziellen Meisterschaften und bei Olympischen Spielen über eine geringere Distanz ca. 60 Kilometer ausgetragen. Grundsätzlich kann die Ablösung nach beliebiger Distanz erfolgen. Da jedoch üblicherweise beide Fahrer auf der Bahn bleiben, überrundet ständig der eine Fahrer den anderen und die Ablösung erfolgt aufgrund des Verhältnisses der Geschwindigkeiten – etwa 35:50 – etwa alle zwei bis zweieinhalb Runden. In vorher festgelegten Intervallen werden Punktewertungen ausgefahren (5, 3, 2, 1 Punkte). Sieger ist die Mannschaft mit den meisten Punkten. Eine besondere technische Schwierigkeit stellt beim Zweier-Mannschaftsfahren die Ablösung dar. Da der im Rennen befindliche Fahrer sich gewöhnlich dem ablösenden Fahrer mit sehr viel höherer Geschwindigkeit nähert, ist es effizienter, ihm den „Schwung“ in irgendeiner Form mitzugeben, als die Energie wie beim Ablösen „auf Sicht“ verpuffen zu lassen. Heute geschieht dies durch den sogenannten Schleudergriff, bei dem der vordere Fahrer sich an der ausgestreckten Hand des von hinten kommenden Fahrers „abzieht“. Für ambitionierte Fahrer, aber für Amateure die nicht zur Spitze des BDR und seinen Olympiakadern gehören, eine zu vernachlässigende Disziplin. In der RGH wird zurzeit kein Training im Zweier-Mannschaftsfahren durchgeführt. Steherrennen Der Fahrer des Motorrades wird Schrittmacher genannt. Er steht auf den Fußrasten seiner Maschine. Dabei werden Geschwindigkeiten von teilweise über 100 km/h erzielt und auch über längere Abschnitte gehalten. Steherrennen gehen über Distanzen bis zu 100 Kilometern. Sie ziehen immer noch eine bedeutende Zahl von Zuschauern an. Zwar ist die Zuschauerresonanz nicht mehr so groß wie vor zwanzig oder dreißig Jahren, dennoch faszinieren sie immer noch viele Menschen. Die Fahrer (Steher) sind in keiner Weise mit dem Schrittmacher verbunden. Ihre Fortbewegung erfolgt ausschließlich durch ihre Beinarbeit. Dadurch gehören Steherrennen zu einer der schwersten Leistungssportarten. Der Fahrer versucht dabei, möglichst nahe an der Rolle des vor ihm fahrenden Schrittmacher-Motorrades zu bleiben, um möglichst viel Windschatten zu erhalten. Für den Nachwuchs und den Amateursport spielt diese Disziplin nur eine Randrolle. In der RGH findet das „Mopedfahren“ nicht statt. |