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Bahnradsport - Kurzzeitdisziplinen
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Sprint

Von Insidern gern als „Fliegerrennen“ bezeichnet fahren jeweils zwei oder mehr (bis zu vier) Sportler gegeneinander über eine Distanz von 1000 Metern = drei Runden.

Bei Bahnen mit einer häufig gewählten Länge von 333,33 Metern, d.h. die Rundenzahl kann je nach Bahnlänge variieren). Sieger ist, wer als erster die Ziellinie überquert, wobei die Zeit unerheblich ist. Sie wird nur zu Zwecken der Zusammensetzung der Turnierpaarungen gemessen. Dies führt dazu, dass die Kontrahenten in der Regel während der ersten beiden Runden extrem langsam fahren und sich nur belauern, teilweise sogar Stehversuche machen.

Entscheidend ist der – explosive – Antritt und die Endgeschwindigkeit (bis über 75 km/Stunde). Die Wettkämpfe werden meist in Turnierform ausgetragen. Die Fahrer müssen sich in einer Kombination aus verschiedenen Läufen qualifizieren. Der Höhepunkt ist das Finale.


Tandem

Das Tandemrennen ist eine Disziplin, die zunehmend in Vergessenheit gerät. Durch die Tendenz zu immer kürzeren Bahnen wird diese Disziplin schwierig, da in den engeren Kurven der kürzeren Bahnen zu hohe Kurvenkräfte auftreten.

Es handelt sich prinzipiell um die Disziplin Sprint, wobei diese jedoch von zwei Fahrern auf einem zweisitzigen Fahrrad, dem Tandem, ausgetragen wird. Der Mann am Lenker, der Vordermann ist der Steuermann, während der hinten sitzende Fahrer so gut wie kaum nach vorne blickt und sich auf seinen Partner verlässt. Auf einem Tandem werden die höchsten Geschwindigkeiten (bis zu 80 km/h) erreicht.



Mannschafts- oder „Olympischer-Sprint“

Hierbei handelt es sich um einen Mannschaftssprint. Es fahren jeweils drei Fahrer in einem Team. Der jeweils führende Fahrer scheidet nach einer Runde aus. Der Start erfolgt, wie beim Verfolgungsrennen, auf den gegenüberliegenden Geraden der Bahn, dabei wird hier von Anfang an maximales Tempo gefahren. Die beiden ersten Fahrer dienen dem dritten, der den Sieg ins Ziel fährt, als Anfahrer. Der letzte Mann wird für die letzte Runde im Windschatten geschont. Auch dieser Wettbewerb wird für Frauen veranstaltet.


Keirin

Eine aus Japan stammende Variante des Sprints wird mit jeweils acht Fahrern bzw. Fahrerinnen über eine Distanz von etwa 2000 Metern ausgetragen, immer in Abhängigkeit von der Länge der Bahn.

Während der ersten zwei Drittel der Distanz fährt ein Dernyfahrer, das ist ein Mann auf einem Moped, vor dem Feld und beschleunigt langsam auf eine Geschwindigkeit von etwa 40-45 km/h. So fahren sich die Fahrer langsam warm, um bei optimaler Betriebstemperatur die maximale Leistung ihren Muskeln abzufordern.

Nachdem der Derny die Bahn verlassen hat, beginnt der Finalkampf. Während dieses Kampfes sind Berührungen zwischen den Kontrahenten im Gegensatz zum klassischen Sprint, wie oben beschrieben im begrenzten Umfang erlaubt. Je nach Teilnehmerzahl wird auch Keirin in mehreren Runden ausgetragen.

Dieses Rennen hat sich ob der höheren Action – gerade bei Jüngeren - als ein Publikumsmagnet erwiesen.


Einzelzeitfahren

Zeitfahren werden für Männer über 1.000 und für die Frauen über 500 Meter ausgetragen. Im Gegensatz zur Einerverfolgung startet immer nur ein Fahrer.

Diese werden mit stehendem Start gefahren, d. h. die Fahrer müssen zunächst aus dem Stand auf fast maximale Geschwindigkeit beschleunigen - über ca. 200 Meter - und diese dann noch über 800 Meter für Männer und über 300 Meter für die Frauen halten.

Bei dieser Disziplin werden im Männer-Bereich oft Durchschnittsleistungen von über 1000 Watt erzielt.

Durch den vollständigen Einsatz der unterschiedlichen Energiereserven, ist im Ziel der Sportler völlig erschöpft: Er hat alles gegeben.