| Nordcup Marathon am Mittelpunkt |
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| Geschrieben von: Sammy | ||||||
| Dienstag, den 08. Juni 2010 um 19:03 Uhr | ||||||
Nach fast 2 Jahren wieder mal 210km
Als ich im Juli 2008 nach dem Mitternacht-Radmarathon in Nortorf vom Rad gestiegen bin, wäre mir im Traum nicht eingefallen, dass dies mein letzter Marathon für die nächsten 2 Jahre sein sollte. Aber im Frühjahr 2009, direkt während der Vorbereitung auf die Frühjahrs-Brevets, musste ich eine krankheitsbedingte Zwangspause einlegen. Als ich im Sommer wieder aufs Rad durfte, waren auch erstmal kürzere Strecken angesagt. In der Saison 2009 blieb es dann im Endeffekt bei max. 120km. Der lange, eisreiche Winter 2009/10 hat dann auch nicht gerade dazu beigetragen, mich zu einer anständigen Vorbereitung zu motivieren. Die erste RTF 2010 bei Nieselregen und 6°C war dann auch bereits nach 70km beendet (RTF-Auftakt in Schleswig-Holstein). Um den ersten Marathon nach der Pause nicht zur absoluten Quälerei werden zu lassen, musste also zunächst wenigstens eine minimale Grundkondition aufgebaut werden. Damit fiel der Nordcup-Marathon in Hamm für mich flach und das Ziel hieß Husum! Aber wenn der Wurm erstmal drin ist, kommt eins zum anderen. Und so hatte ich kurz vor dem Termin in Husum mit Sitzproblemen zu kämpfen und musste die Marathon-Premiere 2010 erneut verschieben. Also Wesseln! Aber leider reichten die 14 Tage nicht aus, um die Sitzprobleme auszukurieren, so dass ich um den „Sturm-Nordcup-Marathon“ herumgekommen bin.
Am 6.Juni in Nortorf war es dann endlich soweit. Das Wetter war hervorragend und es erschien mir durchaus als gutes Omen, dort wieder in den Marathon einzusteigen, wo ich vor fast 2 Jahren aufgehört hatte.
Es ist wirklich ein schönes Gefühl wieder mit den bekannten Gesichtern der Nordcup-Marathon-Familie (wenigstens) zu starten, auch wenn die übliche Begrüßung mit Blick auf mein inzwischen unübersehbares Übergepäck fast immer lautete: „Na, auch lange nichts mehr gemacht, was?“ Egal, dafür bin ich bergab schneller Eins der Probleme nach einer so langen Pause ist, dass der Kopf irgendwie nicht mitbekommen hat, dass der Körper so einiges an Leistungsfähigkeit eingebüßt hat und ich ganz automatisch wie immer an den Start gegangen bin, 1.Reihe, 1.Gruppe und los! Es lief auch ganz gut….bis die ‚mörderische’ Steigung vor Oldenhütten und anschließend der Anstieg nach Heinkenborstel meinen Puls an den Anschlag trieben und die Gruppe mir schlicht und einfach davonfuhr. Und das nach noch nicht mal 10km, na super, wie werden dann die restlichen 200km? Ok, der bisherige Schnitt von etwas mehr als 35km/h war also dahin, aber mit der nächsten Gruppe ging es dann deutlich ruhiger zum ersten Depot in Embühren. Immerhin lag der Schnitt am Depot noch knapp über 32km/h. Wie es so ist, war die Gruppe natürlich weg, als ich von der Toilette zurück war und wieder auf dem Rad saß. Also erstmal alleine losfahren und sehen wer von hinten kommt. Glücklicherweise kam schnell eine ruhige und nicht zu große Gruppe zustande, in der unter anderen auch Lars von der FTN mitfuhr. Im Gespräch mit Lars ging es dann zügig bis zum nächsten Depot in Borgdorf. (Schnitt noch immer über 32km/h!)
Diese Kontrolle am See ist wirklich eine Herausforderung, weil es dort so schön ist, dass man eigentlich das Rad in die Ecke stellen möchte und den Rest des Tages am See liegen will. Ergo, nach der Kontrolle erstmal wieder alleine los. Es dauerte aber nicht lange und ich befand mich in einer kleineren Gruppe, die von 4 Fahrern vom „Radhaus Bordesholm“ dominiert wurde. Das hatte aber für mich den Vorteil, dass ich nicht vorne fahren brauchte Jetzt waren ca: 110km absolviert und damit meine längste Distanz der letzten 2 Jahre. Mein üblicher Totpunkt (der Mann mit dem Hammer!) lag bei mir bisher immer so um Kilometer 120, dies war immer der Zeitpunkt, an dem ich die größte Mühe hatte an einer Gruppe dranzubleiben. Diesmal war da aber keine Gruppe und musste die halbe Strecke bis zum Depot in Bornhöved alleine bewältigen. Die zweite Streckehälfte waren wir dann wenigstens zu zweit. Mittlerweile gab mir mein Allerwertester auch sehr deutlich zu verstehen, dass es ihm reicht. Aber es war ja gerade etwas über die Hälfte der Distanz absolviert, da hilft nur ignorieren und weiterfahren. In Bornhöved gab es wieder warme Wiener Würstchen, sehr lecker, wenn es einem bekommt. Da mir die Würstchen erfahrungsgemäß für den Rest der Tour quer im Magen liegen, blieb es auch an diesem Depot bei den Bananen. Kurze Zeit nach mir traf dann Knut vom Audax Club in Bornhöved ein. Sein Trikot von einem Brevet 2009 in Bulgarien machte mir wieder klar, dass 200km für die Randonneure nur die kleinste Trainingseinheit sind, eine homöopathische Dosis sozusagen, die Tour in Bulgarien war schlappe 1.200km lang. Übrigens sein Bericht ist unter: www.audaxclub-sh.de nachzulesen. Der vorletzte Streckenabschnitt ging wieder nach Wattenbek zurück, glücklicherweise konnte ich das Tempo der Gruppe um Knut mitfahren und so relativ zügig das letzte Depot erreichen. Allerdings nur noch als Lutscher, der froh ist zu überleben Am letzten Depot sind die Vorräte nun doch etwas geplündert und es steht zum Nachfüllen der Flaschen nur noch Wasser zur Verfügung. Immerhin viel besser als nix, aber ich finde es sollte darauf geachtet werden, dass für die etwas langsameren Marathonis noch etwas nach bleibt. Auch dafür zahlt man ja etwas mehr Startgeld. Daher leider nur 11,8 statt 12 Punkte für die RSG Mittelpunkt Den letzten Streckenabschnitt habe ich dann alleine in Angriff genommen. Mein Allerwertester hatte es zwischenzeitlich irgendwie aufgegeben sich zu beschweren. Der letzte Abschnitt in Nortorf bot allerdings auch dieses Jahr wieder 3 besondere Gemeinheiten:
Als ich schon dachte, ich kullere den Rest der Tour alleine zurück ins Ziel, kam von hinten dann doch noch eine sehr große Gruppe und ich konnte bequem im Gruppetto von Krogaspe bis Gnutz mitrollen. In Gnutz habe ich die Gruppe dann ziehen lassen, um die letzten 4km alleine zu genießen. Am Ortsausgang von Gnutz sehe ich noch einen Rettungswagen, Polizei und Bernd Schmidt stehen, später erfahre ich, dass es dort wohl einen Massensturz gegeben hat. Vermutlich weil dort der Asphalt quer zur Fahrtrichtung aufgefräst worden ist und nur Sand wieder befüllt wurde. (siehe auch www.rsg-mittelpunkt.de). Am Ende rolle ich zufrieden und erschöpft nach 7:44 ins Ziel, der Schnitt ist immerhin noch bei 29,6km/h. Wenn ich mich richtig erinnere, war ich bei meinem ersten Marathon 2002 deutlich langsamer, allerdings hat es da auch auf den letzten 50km ohne Unterlass geregnet und ich musste vorn im Wind fahren, weil mein einziger Begleiter noch platter war als ich. Die Strecke gibt es als GPS-Track bei GPSies.com. Bis demnächst Euer Webmaster |
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| Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 09. Juni 2010 um 09:35 Uhr |